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— P r e s s e m i t t e i l u n g —

 

Initiative „Kreativ gegen Kohle” beendet Dialog mit der Firma RWE

Seit unserer Gründung sind wir stets um einen freundlichen und fairen Umgang mit allen Beteiligten bemüht. Obwohl wir unsere Ziele mit aller Kraft verfolgen, gab es über uns niemals Anlass zur Beschwerde. Unsere Demonstrationen, Mahnwachen und Aktionen waren und sind bunt, kreativ, legal und vor allem friedlich. Wir legen Wert auf ein höfliches und respektvolles Benehmen gegenüber Personen, denen wir begegnen. Jeder Polizist, der einmal für unserer Mahnwachen abgestellt wurde, kann dies sicherlich bestätigen. Genauso wie die Sicherheitskräfte von RWE, die uns bisher kennengelernt haben. Egal, ob uns ein Mitarbeiter eines Abbruchunternehmens über den Weg läuft oder ein Umsiedlungsbeauftragter. Alle diese Personen verdienen es, auch als Mensch wahrgenommen und geschätzt zu werden.

Wir erleben aber gerade, dass der Dialog mit der Firma RWE Power AG von keinem Nutzen ist. Schon in der Vergangenheit enthielt man uns wichtige Antworten vor. Grundsätzlich macht der Konzern nur das, wozu er gesetzlich verpflichtet ist. Es ist wahrscheinlicher vom Blitz getroffen zu werden, als das RWE einer Bitte nachkommen würde. Letztendlich verfolgt die Firma ihr Ziel mit aller Härte und schafft Fakten. So geschehen zuletzt beim Abriss der Immerather Windmühle, der – obwohl wir darum gebeten hatten – noch nicht einmal angekündigt wurde. Ein für uns respektloses und geradezu unmenschliches Benehmen gegenüber allen, denen dieses Denkmal etwas bedeutete. Die – in diesen Zeiten gerne genutzten – „Sicherheitsbedenken” wären zu lösen gewesen. Im Übrigen hätte es auch Lösungen für den Erhalt der Windmühle gegeben Aber darauf wollen wir nicht erneut eingehen. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt hat, der weiß es.

Zusätzlich verabreden sich nun Mitarbeiter in RWE-nahen Facebook-Gruppen um sich dann „zufällig” bei Veranstaltungen des Widerstandes zu treffen. So zuletzt beim Dorfspaziergang in Keyenberg. Diese hatten dann „zufällig” auch Druckluft-Fanfaren und Plakate dabei, die einzelne Personen aus der Widerstandsbewegung diffamierten. Unter diesen Beteiligten auch der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des RWE-Tagebaus Garzweiler, Klaus Emmerich, der betonte wie wichtig es sei, das Gespräch zu suchen.

Das Gespräch suchte dann wenige Tage später eine Horde aufgebrachter RWE-Mitarbeiter, unter Führung eines Betriebsratsvorsitzenden (Zitat: „Das ist eine Ortsbegehung”), vor der Haustüre eines Mitglieds der Kohlekommission. IGBCE-Fahnen wurden geschwenkt, Böller gezündet und eine einzelne Person schlug sogar mehrfach mit der flachen Hand auf das Küchenfenster. Wer sich auch nur halbwegs in die Lage eines anderen Menschen versetzen kann, wird für sich schnell feststellen, wie bedrohlich eine solche Situation ist.

Aufgrund dieser und ähnlicher Vorkommnisse, die sich gerade in letzter Zeit häufen, haben wir für uns entschieden, den Dialog mit der Firma RWE, den Mitarbeitern und den Gewerkschaften, die diese Vorgehensweisen unterstützen, vorerst zu beenden. Die Widerstandsbewegung wird bedroht, persönlich angegriffen und vor Tatsachen gestellt. Es gibt derzeit keinen Grund für uns, weiterhin gesprächsbereit zu sein. Die erwähnten Beteiligten müssen nun beweisen, dass sich eine Wiederaufnahme der Gespräche lohnt.

Wir haben Vertrauen in unseren Rechtsstaat und werden unsere Recht ab sofort über die Behörden verwirklichen, falls es notwendig ist. Und dies mit aller notwendiger Konsequenz.

Um es mit den Worten der IGBCE Alsdorf zu sagen: „Wir haben die Schnauze voll!”

20.10.2018, Initiative Kreativ gegen Kohle

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